Locker gespart im Lockdown

covid-19 hat auch was Gutes! In der Zeit des “Lockdowns” fernab von der Stammbeiz, Restaurant oder Wochenendtrip ist es uns möglich, unsere allgemeine Situation und auch Konsumverhalten zu reflektieren. Warum gerade jetzt die richtige Zeit ist, um auch seine Vorsorge zu überdenken, wird im nachfolgenden Artikel beschrieben.

In den letzten Wochen haben sich deine Ausgaben neben Miete, Krankenkasse und Handyabo zwangsläufig auf die wesentlichen Dinge des täglichen Bedarfs beschränkt: Lebensmittel, Körperpflegeprodukte und – genau, WC-Papier. Kein Essen mit Freunden im Lieblingslokal, kein Coiffeurbesuch, kein Clubeintritt, keine Städteflüge. Kurzum: Am Monatsende hast du nun wahrscheinlich mehr Geld auf dem Konto, als das bisher der Fall war.

Wenn das alles vorbei ist: Wirst du dann doppelt so oft ins Restaurant gehen, doppelt so oft Party machen oder mehr verreisen? Vermutlich eher nicht. Denn in Phasen wie diesen tendieren wir dazu, das zu tun, was wir Schweizerinnen und Schweizer besonders gut können: Wir sparen. Aber wofür eigentlich?

Ein guter Moment, sein bisheriges Konsumverhalten zu reflektieren und eine persönliche Sparbilanz zu ziehen. Vielleicht sparst du für die nächsten Ferien, ein Auto, die Steuern. Vielleicht verfolgst du auch ein grösseres Sparziel wie eine Weltreise oder ein Eigenheim. Weitaus am meisten sparst du aber für etwas, was unter Umständen noch in weiter Ferne liegt: Für dein Alter. Und das zu einem guten Teil ganz automatisch.

Wenn du angestellt bist und solange du arbeitest, fliesst Monat für Monat ein Teil deines Lohns in zwei Kassen. Zum einen in die 1. Säule, in die AHV. Zum anderen in die 2. Säule, der Pensionskasse, deine berufliche Vorsorge. Ja, das sind die beiden grossen Abzüge auf deinem Lohnausweis. Den selben Beitrag zahlt übrigens dein Arbeitgeber für dich in die beiden Kassen ein.

«Na, wenn das so ist, kann ich mich ja beruhigt zurücklehnen», wirst du sagen. Schön wär’s! Was die Architekten der beiden Vorsorgesäulen nämlich nicht bedacht haben: Das, was wir für unser Alter sparen, muss nach unserer Pensionierung fast 20 Jahre ausreichen. Anders vor über 70 Jahren bei der Einführung der AHV: Da lebte der durchschnittliche Rentenbezüger nach seiner Pensionierung mit 65 im Schnitt gerade mal noch zwei Jahre. Darum macht es heute absolut Sinn, daneben aus freien Stücken eine ergänzende, eigene Vorsorgesäule aufzubauen. Die 3. Säule eignet sich ideal dafür.

«Gut, aber das hat ja noch Zeit», wirst du vielleicht einwenden. Bedenke einfach, dass die Budgetlast von Einzahlungen in die 3. Säule umso grösser wird, je älter du wirst. Da fällt es ungleich leichter, heute einen Kaffee weniger zu trinken oder einmal ein T-Shirt weniger zu kaufen und sich daran zu freuen, wie das virtuelle Sparschwein stetig heranwächst. Für die Option der kleinen Schritte spricht übrigens zusätzlich, dass sich so bessere Ertragschancen an den Finanzmärkten bieten. Aber dazu mehr in einem nächsten Beitrag.

 

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Ivan Sosio
Co-Founder at Sparbatze AG / Fintech / digitale Vorsorge/ Säule 3a/ Master in Advanced Studies in Digital Business