Wie nachträgliche Säule-3a-Einzahlungen Selbstständigen und Teilzeitern nutzen

Die Selbstständigkeit birgt viel Herausforderungen. Darunter fällt auch eine angemessene Vorsorge, da das Schweizer Vorsorgesystem weder auf Selbstständigkeit noch auf Teilzeitarbeit optimal ausgelegt ist. So können schnell Vorsorgelücken in der 1. und 2. Säule entstehen. Wie diese Lücken mit der Säule 3a kompensiert werden können, ist im nachfolgenden Beitrag zu lesen.

Wie nachträgliche Säule-3a-Einzahlungen Selbstständigen und Teilzeitern nutzen

Für alle, die selbstständig oder Teilzeit erwerbstätig sind, ist die Vorsorge eine besondere Herausforderung. Denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind nicht auf diese Arbeitsmodelle ausgelegt. Das kann sich insbesondere in der 2. und 3. Säule ungünstig auswirken.

Die AHV-Pflicht gilt unabhängig von Art und Umfang der Erwerbsarbeit ab dem 18. Altersjahr. Die Maximalrente in der 1. Säule kann aber nur erreichen, wer während der gesamten Erwerbszeit ohne jegliche Unterbrüche einbezahlt hat und durchwegs mehr als 85 320 Franken im Jahr verdient hat. Die Beitragsdauer mag noch manche Selbstständige und so mancher Teilzeiter erfüllen. Aber beim erforderlichen Einkommen können viele nicht mithalten.

 

2. Säule mit Einstiegshürden

Bei der 2. Säule zeigen sich die Differenzen noch deutlicher. Im Gegensatz zu Angestellten ist die berufliche Vorsorge für Selbstständige freiwillig. Erschwert ist ein Anschluss insbesondere für diejenigen, die keine Mitarbeitenden beschäftigen, da sie kaum Anbieter finden. Ebenso wie bei vielen Teilzeitbeschäftigte scheitert ein Anschluss zudem nicht selten an der BVG-Eintrittsschwelle, die ein Jahreseinkommen von aktuell mindestens 21 330 Franken bedingt.

Damit ist eine wachsende Zahl Versicherter aus der 2. Säule ausgeschlossen. Frauen sind überdurchschnittlich betroffen – ob als Selbstständige oder Teilzeitbeschäftigte, da sie gerade in der Phase, wo sie Beruf und Familie vereinbaren, selten Vollzeit berufstätig sind und ein dementsprechend geringes Einkommen ausweisen. Inzwischen arbeiten zwar auch schon rund 20 Prozent der Väter Teilzeit, allerdings meist mit höheren Pensen.

 

Bessere Vorsorgemöglichkeiten für berufstätige Eltern

Wer selbstständig ist oder Teilzeit angestellt ist und keiner BVG-Lösung angeschlossen ist, darf dafür in der Säule 3a grössere Beträge einzahlen. Das tönt gut. Allerdings sind die Einzahlungen auf 20 Prozent des Jahreseinkommens beschränkt und dürfen 34 128 Franken nicht übersteigen. Wer beispielsweise den geltenden Maximalbetrag von 6826 Franken erreichen will, den Vollzeitangestellte dieses Jahr in ihr Säule-3a-Konto einzahlen dürfen, muss mindestens 34 130 Franken verdienen.

Viele Teilzeit-Solo-Unternehmerinnen, die gemäss einer Studie der KMU Frauen Schweiz durchschnittlich lediglich zwei Tage die Woche arbeiten, dürften das nicht erreichen. Denn im Gegensatz zu Angestellten hängt das Einkommen von Selbstständigen nicht nur vom Arbeitspensum sondern unmittelbar auch von der Auftragslage ab und ist damit Schwankungen unterworfen.

Die Regelung, wonach zukünftig fünf Jahre zurück Nachzahlungen bis zum jeweiligen Maximalbetrag in die Säule 3a möglich sein werden (vgl. unseren letzten Beitrag), kommt Selbstständigen und Teilzeitangestellten ohne BVG-Anschluss dabei sehr entgegen. So lassen sich die individuellen Vorsorgelücken, die sich in der 1. und 2. Säule aufgrund eines vorübergehend geringeren Arbeitspensums oder aufgrund von Einkommensschwankungen ergeben, zumindest teilweise schliessen – und im Fall berufstätiger Eltern aus der gemeinsamen Haushaltskasse.

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