Motion Ettlin – die Geschichte der 3. Säule geht weiter

Wie alles begann
Seit 1972 ergänzt die 3. Säule (individuelle, gebundene Vorsorge) das schweizerische Vorsorgekonzept, nebst der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (AHV/IV) und der betrieblichen beruflichen Vorsorge (Pensionskasse). Ab 1. Januar 1987 trat der Gesetzeserlass in Kraft.

Sinn und Zweck
Mit der 3. Säule wollte man in der Schweiz die auf Eigenverantwortung aufgebaute Sparverhalten des Individuums positiv fördern, insbesondere für die Absicherung im Alter und/oder für den Erwerb einer eigenen Wohnimmobilie. Als Goodie einigte man sich auf die volle Abzugsfähigkeit der Einzahlungen im selben Steuerjahr bei der Einkommenssteuer. Die Leistungen daraus werden separat und zu einem begünstigten Sondersatz analog 2. Säule besteuert.

Fazit: Sparen fürs Alter, für ein Eigenheim oder für die Verwirklichung von Träumen wie Selbständigkeit und/oder Wegzug ins Ausland gewann durch die steuerliche Behandlung an Attraktivität.

Warum diese 3. Stütze im Vorsorgesystem heute und in Zukunft aktueller denn je ist

  • Höhere Einkommen = grössere Steuerersparnisse bei Einzahlung in die 3. Säule
  • Niedrigere Umwandlungssätze der PK’s = weniger PK Rente im Alter
  • Druck auf die AHV = Unsicherheit auf inskünftige AHV Renten
  • Höheres Durchschnittsalter = individuelles Vermögen muss länger reichen
  • Inflation = Lebenskosten werden höher
  • Teure Immobilienobjekte = mehr Eigenmittel notwendig
  • Moderne Arbeitsformen (mehrere Jobs, Teilpensen, Einzelfirma) = individuelle Vorsorge wird wichtiger, da Lücken in der 2. Säule oder im Einkommen entstehen können
  • Angebote für Wertschriftensparen werden mehr und günstiger = bessere Renditen nun auch in der 3. Säule möglich

Fazit: Die individuelle Vorsorge, ob 3a (gebunden) oder 3b (ungebunden – frei – z.B. Fondssparpläne) wird immer bedeutungsvoller.

Motion Ettlin

Wenn man bis jetzt die attraktive Möglichkeit, steuerprivilegiert Vermögen aufzubauen, nicht genutzt oder verpasst hat, nahen neue Opportunitäten. Nach dem «Ja» im Stände- und Nationalrat zur Motion, ist der Bundesrat seit Juni 2020 beauftragt, die Gesetzesvorlage auszuarbeiten. Infolge der Brisanz (Druck auf 1. und 2. Säule, erhöhter Lebenserwartung, neue Arbeitsmodelle) ist dies nur noch eine Frage von Monaten.

Wo finde ich mein Einkaufspotenzial?

Finde deinen Jahrgang in der Tabelle und so heraus, wie hoch dein Einkaufpotenzial sein kann. Von diesem subtrahiere dein jetziges Guthaben in der 3. Säule sowie allfällige WEF Vorbezüge (WEF=Wohneigentumsförderung).

Fazit: Die Motion Ettlin ist eine hervorragende Möglichkeit noch mehr fürs Alter oder für andere individuelle Eventualitäten vorzusorgen.

Kurz zusammengefasst

Die Motion Ettlin sieht vor, die bis jetzt ihr Einkaufspotenzial ab frühestens dem 18. Altersjahr oder ab dem Zeitpunkt mit einem AHV pflichtigen Einkommen nicht genutzt haben, sich alle 5 Jahre um zurzeit max. CHF 34‘416 (Betrag ohne PK Anschluss) einkaufen können.

Dabei gilt in der Regel: 3a Einkäufe VOR PK Einkäufe. Warum? Bessere Anlagemöglichkeiten in der 3. Säule mit eher höheren Renditen ggü. PK. Bei PK’s ist auf mehr zu achten: Sperrfrist, Unterdeckung, bei Wegzug in die EU kann nur der überobligatorische Teil bezogen werden usw.

Wir von Sparbatze freuen uns über deine Inputs und Fragen: info@sparbatze.ch / Tel. 044 500 69 90

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