Mitreden, wie der eigene Sparbatzen angelegt wird

Selbstbestimmt mit Sparbatze. Dir ist wichtig, wie und vor allem wo dein Geld investiert wird? Während in der ersten und zweiten Säule gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist mitzureden, sieht es in der  3. Säule positiver aus. Worin würdest du gerne investieren?

Wenn es um die Verwaltung ihrer Vorsorgegelder geht, wünschen sich die Versicherten mehr Mitbestimmung. In Studien zur Altersvorsorge rangiert dieser Wunsch regelmässig weit oben.

In der 1. Säule hast du als Beitragszahlerin oder -zahler keinen Einfluss darauf, wie das Geld angelegt wird. Dies auch, weil mit deinen Beiträgen unmittelbar die laufenden Renten finanziert werden.

In der beruflichen Vorsorge spricht das Gesetz dagegen Arbeitnehmenden und Arbeitgebern eine paritätische Verwaltung zu. Allerdings scheinen die Versicherten ihr Recht in der Praxis noch nicht in allen Belangen durchzusetzen respektive durchsetzen zu können.

Einfacher ist es dort, wo der Arbeitgeber über eine eigene Vorsorgeeinrichtung verfügt. Hier stammen die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter im Stiftungsrat respektive in der Anlagekommission aus den eigenen Reihen. Das stärkt den Bezug zum eigenen Vorsorgeguthaben.

Allerdings sinkt die Zahl der betriebseigenen Pensionskassen von Jahr zu Jahr. Eine steigende Zahl von Firmen lagert die berufliche Vorsorge aus und schliesst ihre Mitarbeitenden der BVG-Lösung einer unabhängigen Sammeleinrichtung an. Auch hier setzen sich der Stiftungsrat und die Anlagekommission zu gleichen Teilen aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern zusammen, bloss stammen diese aus verschiedenen Firmen. So ist es nicht weiter verwunderlich, wenn dir gar nicht bewusst ist, dass dein grösstes Vermögen unter Umständen nicht der eigene Sparbatze ist, sondern es in 2. Säule angelegt ist.

Dieser Tage hat das Bundesgericht das Mitwirkungsrecht der Versicherten gestärkt und ein wegweisendes Urteil gefällt. Danach müssen die Arbeitnehmenden zukünftig explizit zustimmen, wenn der Arbeitgeber den Vorsorgeanbieter wechseln will. Damit sagen sie auch aktiv ja zur gewählten Vorsorgelösung. Nach der Information über einen beabsichtigten Wechsel von stillschweigendem Einverständnis auszugehen, reicht also nicht mehr.

Wenn es um die Anlagen geht, kannst du als Versicherte oder Versicherter in der 2. Säule aber kaum mitreden. Erst wenige Pensionskassen bieten bei den Vorsorgeplänen Wahlmöglichkeiten. Und dies, obwohl dort jede und jeder sein eigenes Vorsorgepolster aufbaut.

Ganz anders in der privaten Vorsorge. Hier bestimmst du als Wertschriftensparerin oder -sparer aktiv mit. Sparbatze macht es dir noch einfacher. Hier ist Anlegen Teamwork: Du wählst ganz unkompliziert ein oder mehrere Themen, die dir auch im Alltag wichtig sind. Und Anlageprofis wählen die Anlagefonds, mit denen die gewählten Themen umgesetzt werden.

 

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