Ein Grund mehr, die Vorsorge in die eigene Hand zu nehmen

Kennst du den Equal Pension Day der Schweiz? Dieser ist war am 31.8.2020 und beschreibt den Zeitpunkt, an dem Männer so viel Rente erhalten wie Frauen bis zum Ende des Jahres.Für dieses Ungleichgewicht gibt es mehrere Gründe. Lies hier mehr, warum dies so ist und was du dagegen tun kannst.

Ein Grund mehr, die Vorsorge in die eigene Hand zu nehmen

Es gibt wohl kein Thema, dem kein Aktions- oder Gedenktag gewidmet ist. Oder wusstest du, dass der 31. August in der Schweiz der Equal Pension Day der Schweiz ist? An diesem Tag sollen Männer bereits soviel Rente erhalten haben, wie Frauen erst per Ende Jahr erreichen werden. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat den Aktionstag dieses Jahr erstmals ausgerufen und will so darauf aufmerksam machen, dass Frauen «unwürdig tiefe Renten» erhalten. Dies vor allem, weil ein Drittel der Frauen keine Rente aus der 2. Säule bekomme.

Darauf, dass unser Vorsorgesystem auf einem Gesellschafts- und Arbeitsmodell von gestern beruht und der heutigen Welt längst nicht mehr gerecht wird, haben wir an dieser Stelle schon verschiedentlich hingewiesen. Dem Vorwurf des Gewerkschaftsbunds, dass das System die Frauen diskriminiere, halten wir darum entgegen, dass Männer genauso betroffen sind. Denn auch sie weisen längst nicht mehr alle eine lückenlose Beitragszeit, eine ständige Vollzeittätigkeit und ein Jahreseinkommen von mindestens 85 600 Franken auf. Aber genau das nimmt das System als Normalfall an.

Was wir brauchen, ist eine grundlegende Reform, die den heutigen Lebens- und Arbeitsformen gerecht wird. Solange das aber nicht der Fall ist, müssen wir uns alle mit dem Status Quo arrangieren – Frauen wie Männer. Das bedeutet, und auch da können wir uns nicht oft genug wiederholen, dass jede und jeder von uns gefordert ist, die Vorsorge verstärkt in die eigene Hand zu nehmen, sprich, im Rahmen der 3. Säule, zu sparen, um Lücken aus der 1. und 2. Säule auszugleichen. Je früher, desto besser.

Wer sich mit den eigenen Finanzen auskennt, ist klar im Vorteil. Was das anbelangt, ist die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern übrigens noch deutlich frappanter als bei den Renten. So haben gerade wieder fast drei Viertel der Frauen in der jüngsten Befragung für den Wealth Report der LGT angegeben, dass sie über kein Finanzwissen verfügen. Auch wenn man bedenkt, dass es sich um eine Selbsteinschätzung handelt und Frauen eher dazu tendieren, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, besteht doch enormes Aufholpotenzial.

Quelle: LGT Wealth Report 2020

Dass sich der Anteil der Frauen, die angeben, über kein Wissen zu verfügen, in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht hat (vgl. Grafik), begründen die Autoren des Berichts damit, dass die Finanzkrise von 2008 oder weitere schlechtere Börsenjahre jeweils das Vertrauen der Frauen in ihre Anlagekenntnisse schwächt respektive sie veranlasst, ihren Wissensstand schlechter einzustufen. Entmutigen lassen sie sich dadurch aber nicht, haben sie doch in der Befragung angegeben, sich mehr Finanzwissen aneignen zu wollen.

Genauso wenig, wie es für den Führerschein ein Ingenieurstudium braucht, brauchst du als Vorsorgesparerin oder -sparer ein Wirtschaftsstudium. Regelmässig den Content-Beiträgen von Sparbatze zu folgen, ist schon mal ein guter Anfang. Hier vermitteln wir in kurzer, verständlicher Form die wichtigsten Dinge rund ums Vorsorgen und Sparen und geben dir dazu immer wieder kleine praktische Anregungen. Dein Finanzwissen zu verbessern, damit du noch besser vorsorgen kannst, ist unser erklärtes Ziel.