Schweizer Vorsorgesystem

Das Schweizer Vorsorgesystem ist auf 3-Säulen aufgebaut und ist seit 1972 in der schweizerischen Bundesverfassung verankert.

Das System lässt sich wie folgt unterteilen:

  1. Säule: die staatliche Vorsorge
  2. Säule: die berufliche Vorsorge
  3. Säule: die private Vorsorge

Die ersten beiden Säulen sind obligatorisch, die dritte Säule ist freiwillig.

Die staatliche Vorsorge

Die 1. Säule stellt die staatliche Vorsorge dar, welche die Alters-, Hinterlassenenversicherung und Invalidenversicherung (AHV/IV) sowie die sogenannten Ergänzungsleistungen (EL) beinhaltet. Diese dienen der Existenzsicherung im Alter, Todesfall oder bei Invalidität und versichern grundsätzlich alle Menschen, die in der Schweiz arbeiten oder wohnen.

Die berufliche Vorsorge

Die berufliche Vorsorge (BVG) auch bezeichnet als Pensionskasse stellt die 2. Säule dar und soll  die Leistungen der 1. Säule ergänzen, um den Lebensstandard der Menschen auch im Alter gewährleisten zu können. Hierzu gehören die berufliche Unfallversicherung, die Krankentaggeldversicherung sowie die Freizügigkeitseinrichtungen.
In dieser Säule werden alle Erwerbstätigen mit einem Jahreslohn von über 21’330 CHF (BVG Mindestjahreslohn) automatisch versichert.

Die private Vorsorge

Die 3. Säule stellt die freiwillige private Vorsorge dar. Diese Säule ist mit der Zeit immer relevanter geworden, als den Menschen bewusst wurde, dass die Beiträge aus der 1. Und 2. Säule oft nicht im Alter ausreichen, um den gewohnten Lebensstil beizubehalten. Aus diesem Grund entscheiden viele Schweizer die Vorsorgelücke mit der privaten Selbstvorsorge zu minimieren. Alle Erwerbstätigen können diese Vorsorge in Anspruch nehmen.

Diese Vorsorge lässt sich wie folgt untergliedern:

  • die gebundene Vorsorge (Säule 3a)

Die gebundene Vorsorge ist langfristig angelegt und dient zum Aufbau von Kapital.  Alle Erwerbstätigen, die in der Pensionskasse versichert sind, können bis zu einem Maximalbetrag von 6‘826 CHF einzahlen. Selbstständige können bis zu 34’128 CHF jedoch aber maximal 20% des Nettoeinkommens einzahlen. Diese Beiträge sind steuerbegünstigt und können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Die Auszahlung der Säule 3a erfolgt beim Erreichen des Pensionsalters im Gesamten. Teilauszahlungen sind nicht möglich. Eine frühzeitige Auszahlung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Diese sind Selbstständigkeit, Abwanderung oder Finanzierung von Wohneigentum.

Die Auszahlung kann aber auch aufgeschoben werden, sollte derjenige auch nach dem allgemeinen Pensionsalter noch erwerbstätig sein, jedoch nur bis zu 5 Jahren (Männer bis max. 70 Jahren und Frauen bis max. 69 Jahren).

  • die freie Vorsorge (Säule 3b)

Die freie Vorsorge oder auch die ungebundene Vorsorge ist frei von staatlichen Auflagen bezüglich Einzahlungen, Verfügbarkeit und Zeitpunkt der Auszahlung. Auch hier können Steuern gespart werden, doch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Produkte dieser Säule werden oft als Teil von Gesamtlösungen wie Lebensversicherungen oder Wohneigentum angeboten.

This entry was posted in . Bookmark the permalink.