Berufsbiografie bestimmt Altersguthaben

Die Neurentenstatistik von 2018 zeigt deutlich die Kluft in der Vorsorgesituation zwischen Männern und Frauen. Der Median der ausgezahlten Renten bei Männer ist mit durchschnittlich 2217 Franken immer noch doppelt so hoch wie bei Frauen.
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Berufsbiografie bestimmt Altersguthaben

Die jüngste Neurentenstatistik der Schweiz macht wieder einmal deutlich, wie stark sich die Vorsorgesituation von Frauen und Männern unterscheidet. Frauen, die 2018 pensioniert wurden, beziehen aus der beruflichen Vorsorge eine Medianrente von 1165 Franken pro Monat. Das bedeutet, 50 Prozent der Versicherten erhalten eine höhere und 50 Prozent eine tiefere Rente. Bei Männern fällt die Medianrente dagegen mit 2217 Franken fast doppelt so hoch aus.

An dieser erheblichen Differenz lässt sich zum einen die unterschiedliche Berufsbiografie der beiden Geschlechter ablesen. Es sind immer noch grossmehrheitlich die Frauen, die in der Familienphase beruflich zurückstecken – ob sie nun für die Kinderbetreuung vorübergehend ganz aussteigen oder ihre Erwerbstätigkeit reduzieren. Rund ein Fünftel aller Frauen mit Kindern bis vier Jahren ist nicht berufstätig. Der familiär bedingte Berufsunterbruch dauert durchschnittlich neun Jahre.

Dies wirkt sich negativ auf die Äufnung des Altersguthabens und damit auf die Rentenhöhe aus. Dies umso mehr, als in der 2. Säule im Gegensatz zur AHV während der Familienphase keine Betreuungsgutschriften anfallen. Zum anderen manifestiert sich im Rentenunterschied auch die Lohnkluft zwischen den beiden Geschlechtern, der im Durchschnitt immer noch über 10 Prozent beträgt. Bei Paaren ohne Kinder, tragen Frauen im Durchschnitt knapp einen Drittel zum Haushaltseinkommen bei, bei Paaren mit Kindern sinkt der Anteil bis auf rund einen Fünftel.

Die berufliche Vorsorge bedingt, wie es der Name sagt, ein Einkommen aus beruflicher Tätigkeit. Ob die Erwerbstätigkeit allerdings tatsächlich zum Ausbau des BVG-Altersguthabens beiträgt, hängt vom Beschäftigungsgrad respektive vom damit verbundenen Lohn ab. Sechs von zehn erwerbstätigen Frauen sind lediglich Teilzeit berufstätig, rund ein Viertel weniger als 50 Prozent. Für die (Wieder-)Aufnahme in der 2. Säule muss das Jahreseinkommen aber aktuell mindestens 21 330 Franken betragen.

Gut, wer mehr verdient. Denn so lassen sich – insbesondere, wenn es das Haupteinkommen des Partners zulässt – allfällige Lücken in der 2. Säule reduzieren. Je höher der Beschäftigungsgrad ist, umso höher fällt die mögliche Einkaufsumme in die berufliche Vorsorge aus.

Auch Sparen in der Säule 3a bedingt eine Erwerbstätigkeit. Allerdings spielt hier der Beschäftigungsgrad keine Rolle. Insofern ist es ratsam, wenn immer möglich, den jeweils geltenden Maximalbetrag einzubezahlen, um dereinst über ein höheres Altersguthaben zu verfügen.

Unabhängig von einer Erwerbstätigkeit ist das freie Sparen im Rahmen der Säule 3b. Hier ebenso wie in der Säule 3a besteht die freie Wahl zwischen Konto- oder Wertschriftensparen. Angesichts der weiterhin tiefen Zinsen bietet Wertschriftensparen bessere Chancen, das Altersguthaben zu mehren.